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Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

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  • #16
    AW: Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

    Hallo Herr Ibold,

    fast alles richtig, was Sie schreiben, nur Thema leicht verfehlt. Um die ganzen Punkte, die Sie aufführen, ging`s nämlich nicht! Es hat auch niemand ein generelles Gefälle von 5 % bei ungenutzten Flachdächern angeregt. Warum auch?

    Letztendlich geht’s ja nicht explizit um die Größe des Gefälles bei meinem Eingangsthema, sondern um die Umstände bei nicht genutzten Dächern mit Gefälle, die Pfützen zur Folge haben und die es zunächst vom ausführenden Dachdeckermeister mit Hilfe der Fachregeln zu bewerten gilt, ob sie sich vom Ausmaß her im grünen oder roten Bereich befinden. Wenn beispielsweise ein Bilderbuchflachdach mit 3 % Gefälle erstellt wurde, die Gullys richtig sitzen und sich trotzdem Pfützen ansammeln, was dann?

    Deshalb wurde u. a. im Kontext Pfütze/Auswirkungen lediglich die Überlegung angestellt, warum man gemäß Fachregeln „gezwungen wird“, dass die Stoffauswahl für die Dachabdichtung nach der Bemessungsregel für die Anwendungskategorie K 2 bei Dächern bis 2 % erfolgen muss, aber nicht bis 5 %, obgleich gemäß Punkt 2.3.1 (4) der Fachregel auch auf Dachflächen mit einer Dachneigung bis zu 5 % mit Pfützenbildung gerechnet werden muss. Finde ich persönlich widersprüchlich und inkonsequent. Gegen die „mindestens 2 % Regel“ gemäß 2.3.1 (1) ist nichts einzuwenden und sie wird keinesfalls kritisiert!

    Wenn Ihres Erachtens stehendes Wasser einer Abdichtung nichts anhaben kann, warum dann überhaupt die Regelung mit der Stoffauswahl nach K 2?
    Und wenn sich stehendes Wasser negativ auf eine Abdichtung auswirken sollte, dann müsste doch die ganze Bandbreite der Eventualitäten mit einbezogen werden. Und dazu gehören eben auch Pfützen auf Dächern bis 5 % Dachneigung!

    Meines Erachtens könnte man dem Dachdeckermeister viele Auseinandersetzungen mit dem Bauherrn ersparen, wenn nach Punkt 2.3.1 (3) der Fachregel die Stoffauswahl für die Dachabdichtung nach der Bemessungsregel für die Anwendungskategorie K 2 bei Dächern bis 5 % erfolgen müsste (Herr Ibold, für Sie zum Verständnis, das ist jetzt keine Forderung nach einem generellen 5 % Gefälledach, sondern nur der Appell in Richtung Stoffauswahl nach K 2 bis 5 % Gefälle).

    Und Ihr Hinweis, dass Naht- und Stoßverbindungen bei Abdichtungen wasserdicht ausgeführt sein müssen und offene Nähte zu Undichtigkeiten führen, ist wohl jedem bekannt:-)!?!

    Im Übrigen ging`s immer nur um Punkt 2 der Fachregeln (Regel für Abdichtungen nicht genutzter Dächer) und NICHT Punkt 3 (Regel für Abdichtungen genutzter Dächer und Flächen)! Sollte man meiner Meinung nach ein bisschen berücksichtigen bei dem Thema. Ansonsten könnte man Punkt 2 oder 3 tilgen, wenn`s eine Soße wäre.

    Mit freundlichen Grüßen
    Claus Wöbken

    Wöbken Dachtechnik, Sachverständigen- und Planungsbüro, Köln

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    • #17
      AW: Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

      Hallo Herr Wöbken, hallo Herr Ibold,

      ich kann Ihren Ansatz schon soweit verstehen (glaube ich zumindest) und findes es eh gut, wenn man sich mit den Fachregeln auseinander setzt (gerne auch kritisch).

      Ich picke mir auch mal einen Ihrer Absätze heraus:

      Auszug Herr Wöbken:

      Ich will nur einen Ihrer Punkte heraus picken. Und zwar Ihren drittletzten Absatz. Darin gehen Sie auf den Punkt 2.3.1 (4) der Fachregel ein, der besagt, dass bis zu 5 % (ca. 3°) Dachneigung, es bedingt durch irgendwelche Umstände zu Pfützenbildungen kommen kann. Das heißt also, dass man bei 5 % eine Grenze gezogen hat und davon ausgeht, dass ab 5 % Dachneigung nicht mehr mit Wasseransammlungen gerechnet werden muss. Ansonsten hätte man ja auch 6 %, 7 % oder mehr wählen können. Die Zahl 5 ist ja nicht beim Würfelspiel ermittelt worden!


      Bei der letzten Anpassung unserer Flachdachfachregel an die DIN 18531 ist, glaube ich, unser aller geliebtes 0° Dach gestorben. Jeder wusste, dass das eine Sonderkonstruktion ist. Da war klar, dort steht Wasser drauf. Damals war wenn ich richtig liege die Grenze bei 2% gelegen. Unter 2% war Sonderkonstruktion. Auch da war klar, dass unter 5% Wasser stehen kann (Pfützenbildung).

      Heute haben wir halt unter 2% unser AWK1 ( mir ist klar dass AWK1 nicht nur bei unterschreiten von 2% gilt ).

      Ab 3° läuft halt Wasser ab. Unter 3° (5%) verdunstet es nur langsam und zwar so dass sich vorher halt naturgemäß Pfützen bilden können und unter 2% stehts halt auf jeden Fall. Die führenden Hersteller der Abdichtungsindustrie haben doch für unsere Flachdächer Produkte im Programm mit denen das nach deren Angaben überhaupt kein Problem mehr ist.
      Da könne man getrost auf 0° gehen und auf jeden Oberflächenschutz verzichten.

      Den Einwurf von Herrn Ibold, ein ausreichend dimensioniertes Gefälle (jenseits der 5% um Pfützen sowei aus dem Weg zu gehen) würde zu unpraktischen und zum Teil Konstruktiv unmöglichen Höhen führe sehe ich auch so.

      Vielleicht sollten Pfützen unter 2,5 m² einfach übersehen werden
      ;-)

      Bisher wurde die 2% Marke besprochen. Oftmals steht das Wasser aber in den Grauzonen des Daches, nämlich im Flachdachbereich den Kehlen. Diese sind ja im K2 Fall mit mind. 1% Gefälle auszuführen. Da wir ja die ganze Zeit über > 2% und <5% schreiben muss man doch ehrlich sagen, dass ausgerechnet der Wasserfließweg zum Ablauf der Gefällemäßig schwächste Punkt ist. Was nützen mir 2,5% Gefälle in einem Rechteckigen 2-seitig nach Innen geneigten Dach in dem im Kehlbereich das Wasser steht?

      Da sind wir wieder am Anfang! Wieviel Pfütze ist eigentlich erlaubt?

      Mit freundlichem Gruß

      Wiesel

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      • #18
        AW: Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

        Oder, Herr Wiesel, wir machen`s so: Dem Bauherrn wird schöner, weißer Kiessand und ein Sonnenschirm spendiert. Dann wird alles um die Pfütze herum installiert. Schon hat der Bauherr im Sommer sein eigenes kleines Badeparadies auf dem Dach. Müsste ihn doch milde stimmen. Ähh - war nur ne Idee zu später Stunde:-)).

        Gute Nacht!

        Claus Wöbken

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        • #19
          AW: Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

          Guten Morgen Herr Wiesel,

          sorry, aber Sie irren bei dem Glauben, das 0° Dach sei "gestorben". Nochmals: in den Anwendungskategorien wird nichts anders beschrieben, als das, was bereits in der alten Fachregel ausgeführt wurde. Dachneigungen < 2% beinhalten auch Neigungen von 0°. Lediglich der Begriff "Sonderkonstruktion" wurde ersatzlos gestrichen, da die Väter der DIN 18531 der Auffassung waren, das dieser Begriff schon bislang zu Irritationen geführt habe. Leider, so muss man feststellen, ist das durch die Neuformulierung nicht besser geworden.
          Wir müssen weiter feststellen, dass durch die irrige Annahme/Interpretation bereits Fehlurteile bei Gericht ausgesprochen wurden, die den Dachbauhandwerker an den Rand des Ruin oder sogar in den Ruin getrieben haben. Hier haben maßgeblich Sachverständige mitgewirkt, die eigene Meinungen oder Interpretationen als aRdT dargestellt haben.

          Es muss mit mal Jemand erläutern, weshalb in der DIN 18195 der Begriff/die Forderung nach einem Gefälle überhaupt nicht erwähnt wird. Dort steht sinngemäß lediglich geschrieben, dass im Zweifel anfallendes Wasser auf kurzem Wege abgeleitet werden muss. Kurze Wege entstehen aber nicht durch ein Gefälle, es entsteht bei der Erhöhung der Anzahl der Abläufe.

          Wenn man die Norm richtig bewertet, dann geht diese davon aus, dass erst bei einer (un-)geplanten Anstauhöhe von 100 mm ein unzulässiger hydrostatischer Druck auf die Abdichtung ausgeübt wird. Weshalb also sollte diese Bewertung nicht auch für nicht genutzte Dachflächen Gültigkeit haben? Bedenken Sie, dass die Normen und die Fachregeln sich weitestgehenst angenährt haben.

          Mal unter anderem jursistischem Aspekt betrachtet muss zusätzlich gesagt werden, dass wenn ein Ausnahmefall (ein 0°Dach) gemäß der Fachregel technisch wie juristisch möglich ist, ist es insgesamt als regelkonform zu betrachten, da andernfalls die Norm wie die Fachregel insgesamt fehlerhaft wären.

          Wie ich bereits geschrieben habe, muss ein öbuv SV unter Abwägung der Umgebungsparameter des bestreffenden Objekts beurteilen, ob ein 0°Dach als fachgerecht anzusehen ist. Wenn er es negiert, dann muss er es sehr sauber und nachvollziehbar begründen. Gleiches gilt naturgemäß für die Größe einer Pfützenbildung auf einer Dachfläche. Wie Sie es selber bereits beschrieben haben, man kann es nicht pauschal an der Tiefe oder dem Umfang festlegen.

          Insofern führt diese Diskussion eher zur Verwirrung in die falsche Richtung, da vermeidliche Experten durch eine Fehlinterpreation und daraus resultierenden erhöhten Forderungen technisch wie wirtschaftlich unsinnige/überflüssige Konsequenzen "fordern".

          m. f. G.

          stefan ibold

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          • #20
            AW: Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

            Hallo Herr Ibold,

            sind Sie neuerdings der Oberschiedsrichter des DDH-Forums :-)? Der Eindruck könnte entstehen, wenn man Ihr "Urteil" liest. Warum sollte eine Diskussion zur Verwirrung führen?? Bei Ihnen vielleicht. Die Dachdeckermeister, die hier Ihre Gedanken einbringen oder die Beiträge einfach nur lesen, sind allesamt Experten und auch in der Lage, entweder hier mit zu diskutieren oder als Leser die Inputs einfach zur Kenntnis zu nehmen, sie richtig einzuordnen und einfach darüber nachzudenken. Und das ist gut so. Das Denken einzustellen, würde Stillstand bedeuten. Und warum das Denken grundsätzlich anderen überlassen?

            Herr Ibold, in Foren wie diesem, werden Ideen, Anregungen und Erfahrungen unter Kollegen transportiert. Einen höheren Stellenwert hat's nicht!! Hier werden keine Fachregeln oder Normen verabschiedet. Auch werden hier keine Gelbdrucke bewertet. Also, alles ganz easy.

            Sie schreiben beispielsweise folgendes: „Wir (??) müssen weiter feststellen, dass durch die irrige Annahme/Interpretation bereits Fehlurteile bei Gericht ausgesprochen wurden, die den Dachbauhandwerker an den Rand des Ruin oder sogar in den Ruin getrieben haben. Hier haben maßgeblich Sachverständige mitgewirkt, die eigene Meinungen oder Interpretationen als aRdT dargestellt haben“.

            Das untermauert höchstens meine Erfahrung, dass neben guten Sachverständigen auch schlechte unterwegs sind, und sonst gar nichts! Wie in anderen Berufen auch. Es gibt gute Zahnärzte, aber auch schlechte, zu denen man lieber nicht gehen möchte. Kennen wir alle. Wen oder was wollen Sie denn für die Dummheit solcher Sachverständiger verantwortlich machen. Vielleicht Diskussionsbeiträge in Foren:-)?? Einfach lächerlich!! Ich glaube, dass kein Sachverständiger, der diese Bezeichnung verdient, sich von kommunizierten Ideen oder Anregungen in einem Forum bei seinen Beurteilungen beeinflussen lässt. Das wäre ein Armutszeugnis, was sich kein Sachverständiger auf dieser Welt selbst und obendrein freiwillig ausstellen würde. Allein der Gedanke daran ist absurd. Für wie dumm halten Sie Ihre Kollegen eigentlich?

            Das Einzige, was mir bei solchen Diskussionen hier im Forum keinen Spaß macht, ist mit begriffsstutzigen Kollegen zu diskutieren, die zudem alles falsch interpretiert wiedergeben und man immer wieder bei Adam und Eva anfangen muss, um es richtig zu stellen.

            Es wurde rein gar nichts gefordert bei dieser Diskussion, was zu technischen Unmöglichkeiten führen oder immense Kosten nach sich ziehen würde. Das Einzige, und das können Sie unaufgeregt nachlesen, war die Überlegung, dass nach Punkt 2.3.1 (3) der Fachregel die Stoffauswahl für die Dachabdichtung nach der Bemessungsregel für die Anwendungskategorie K 2 bei Dächern bis 5 % erfolgen könnte und nicht nur bis 2 %. Diese kleine, aber bedeutende Änderung hätte grundsätzlich keine zusätzlichen Kosten zur Folge, da die Dachbahnen unabhängig davon ob K 1 oder K 2 geeignet, in gleicher Art und Weise verarbeitet werden und zum anderen die meisten gängigen Dachbahnen, die bei K 1 eingesetzt werden, auch K 2 geeignet sind!! Ansonsten wurde sich nur Gedanken über die Definition von Pfützen gemacht. Und wenn das schon bei Ihnen Verwirrung auslösen sollte, dann tut`s mir Leid.

            Mit freundlichen Grüßen
            Claus Wöbken

            Wöbken Dachtechnik, Sachverständigen- und Planungsbüro, Köln

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            • #21
              AW: Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

              Sehr geehrte Herren,

              zuerst Herr Ibold,
              habe leider das Wort "Begriff" vergessen. Ich hätte schreiben sollen; "der Begriff unseres geliebten 0°...". Natürlich gilt die aktuelle Fachregel für 0° Dächer.
              Auzug aus meinem Text:
              ...unser aller geliebtes 0° Dach gestorben.

              zu Herr Wöbken,
              die von Ihnen eingebrachten Argumente und hinterfragten Ansichten sind auch für reine Praktiker gut und interessant. Sie haben auch vollkommen aus meiner Sicht Recht, in Sachen Forum. Das sollte für jeden verständlich bleiben. Herr Ibold versucht offensichtlich den Raum für Interpretationen zu verringern. Ist ja soweit auch ok.

              Nur wenn Sie beide diskutieren, da fällt es mit Sicherheit dem ein oder anderen schwer eine eigene Meinung zu bilden. Beides hört/liest sich ja gut.

              Ich denke, dass zu diesem Thema die Argumente soweit ausgetauscht sind. Vielleicht sollten wir einfach ein neues Themengebiet eröffnen.

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              • #22
                AW: Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

                Lieber Herr Wiesel,

                die Art, wie Sie versuchen zu schlichten oder zu vermitteln, finde ich sehr sympathisch, fast anrührend! Sie haben vollkommen recht! Es ist genug zu diesem Thema gesagt worden. Nur eine kleine Abschlussandacht sei mir erlaubt:-).

                Das mit Ihrer Freundin (Sonderkonstruktion) tut mir Leid. Aber trösten Sie sich, sie ist ja nicht weg, sondern nur umgezogen. Das Wort „Sonderkonstruktion“ bei 0° Dächern ist letztendlich nur als Wort gestrichen worden, da es nicht doppelt aufgeführt werden muss, weil ja die Vorgabe der Stoffauswahl nach der Anwendungskategorie K 2 automatisch eine „Sonderkonstruktion“ impliziert. Diese schon kleinen Veränderungen verdeutlichen jedoch, dass hinter den Fachregeln ein lebendiger Apparat steckt, der bemüht ist, die Fachregeln den stetigen Entwicklungen anzupassen. Das zu erleben, erfüllt mich mit Freude.

                Allerdings würde ich gerne noch mehr mit dem Staubwedel durch die Fachregeln wischen. Die Veränderungen in manchen Bereichen gehen mir hin und wieder zu langsam. Und es werden immer wieder analog zu den Entwicklungen in der Industrie Veränderungen in den Fachregeln stattfinden müssen.

                Ich kann Ihnen schon jetzt eine Veränderung prognostizieren, die nur noch wenige Jahre auf sich warten lassen dürfte. Der Satz in Punkt 2.3.1 (3): „Die Stoffauswahl für die Dachabdichtung ist nach der Bemessungsregel für die Anwendungskategorie K 2 vorzunehmen“, dürfte dann ersatzlos gestrichen worden sein, da die stetige Entwicklung im Bereich der Dachbahnen diesen Satz überflüssig machen wird. Alle Dachbahnen werden dann vermutlich auf dem „K 2 – Standard“ sein. Und warum dann noch einen „50 Hertz Fernseher“ berücksichtigen, den es nicht mehr gibt. Es würde in der Tat auch keine „Sonderkonstruktion“ mehr geben, da der durchweg gute „K 2 Standard“, den es dann nur noch als einzigen geben würde (natürlich nur hinsichtlich der Materialien), eine Differenzierung zwischen K 1 und K 2 in den Fachregeln überflüssig machen würde.

                Ansonsten sollte man immer schön wach bleiben, sich ab und zu lang machen und die Augen weit aufreißen, dann können notwendige Veränderungen bereits am Horizont wahrgenommen werden. Und bei diesen absehbaren Veränderungsprozessen können wir uns als Basis ruhig mit einbringen. Ich bin mir sicher, dass die Mauer noch länger gestanden hätte, wenn sich die „Basis in Leipzig“ nicht eingemischt hätte.

                Wir sind das Dachdeckervolk:-))!! Glück auf!

                Claus Wöbken
                Dachdeckermeister

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                • #23
                  AW: Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

                  Guten Morgen die Herren,
                  ich bin gerade über das schon etwas ältere Thema "gestolpert". Die ersten Beiträge habe ich mir noch sehr interessiert durchgelesen, aber zum Ende hin war es mir etwas zu müstig und ich habe die Beiträge einfach überlesen.

                  Herr Wöbken beschreib in seinem ersten Beitrag diesen Fall als "Pfusch am Bau". Ich denke das dieser Mangel leicht zu mindern ist, indem man die Abläufe ausbaut und ein die verlegte Wärmedämmung einlässt. Die Pfützenbildung wird dann wahrscheinlich nicht vollständig verschwinden, aber deutlich verringert werden.

                  Meiner Meinung nach hat der Verarbeiter bei der Verlegung der Gefälledämmung einen Fehler gemacht. Wie man auf beiden Fotos sieht, befindet sich der Tiefpunkt ca. 1m versetzt vom Ablauf. Ich vermute das der Verarbeiter an falscher Stelle angefangen hat die Gefälledämmung zu verlegen und somit nicht mit der "0 Platte" am Ablauf ausgekommen ist.

                  Das Problem der Pfützenbildung sehe ich in diesem Falle nur als das kleinere Übel. Es gehört zwar nicht zum Thema, aber wie man auf den Fotos gut sieht, sind die Abstände zu Durchdringungen und aufgehenden Bauteilen nicht eingehalten worden.

                  Ich als Verarbeiter würde mich da erstmal fragen, wie bekomme ich die durchgeführten Wickelfalzrohre fachgerecht eingedichtet und fachgerecht an die Dampfsperre angeschlossen? Und: Wie löse ich das Problem mit dem Dacheinlauf der ca. 10 cm neben einer Dachdurchdringung liegt? Die vorgeschriebenen 50 cm Abstand zu Durchdringungen und aufgehenden Bauteilen bei Bitumenabdichtungen werden hier sicher nicht eingehalten.

                  Bovor man hier nur die Fehler beim Verarbeiter sucht sollte man auch mal über Fehler in der Planung nachdenken. Oft ist es so das Planer einen Sachverständigen beauftragen um die Handwerkerleistung zu prüfen und anzuprangern, aber über die Fehler in der Planung macht sich keiner Gedanken. In diesem Falle müsste der Dachdecker bevor er mit den Arbeiten beginnt Bedenken anmelden. Das wird leider zu wenig gemacht.

                  Vielen Dank und schöne Grüße

                  M. Wolf

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                  • #24
                    AW: Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

                    Hallo Herr Wolf,

                    das Objekt im Ruhrgebiet, das Sie ansprechen, wurde von einem Architekten geplant und bei der Ausführung begleitet. Ich war dort als Sachverständiger eingeschaltet. Allerdings erst, als das Kind schon im Brunnen lag. In dem Fall musste das komplette Flachdach zurückgebaut werden, da es „abgesoffen“ war. Die Thematik ist bekannt.
                    Der Dachdecker hätte in diesem Fall, so dumm es klingen mag, gegen sich selbst Bedenken anmelden müssen. Er war einfach unbelehrbar, hat trotz diverser Hinweise (Mängelanzeigen) nach seinem Gusto weitergemacht. Das ist ihm bzw. seiner Versicherung teuer zu stehen gekommen. Das ganze Dach bestand aus einem einzigen großen Mangel. Es war richtig gruselig.

                    Übrigens soll der Abstand von Dachdurchdringungen untereinander und zu anderen Bauteilen mindestens 30 cm betragen und nicht wie Sie schreiben 50 cm, damit die jeweiligen Anschlüsse fachgerecht und dauerhaft hergestellt werden können. Nur um Missverständnissen vorzubeugen.

                    Mit freundlichen Grüßen
                    Claus Wöbken

                    Wöbken Dachtechnik, Sachverständigen- und Planungsbüro, Köln

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                    • #25
                      AW: Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

                      Hallo,

                      ich habe auch schon mehrmals Gefälledämmung verlegt, aber solch starke Pfützenbildung habe ich dabei nicht gehabt.
                      Auch sprechen die Nahtüberdeckungen für sich, welche in jede Richtung zeigen.
                      Die in der Kehllinie angeordneten Lüfter kann man auch aus der wasserführenden Ebene herausheben. (Kostet bißchen mehr)


                      Mit freundlichen Grüßen
                      Erich Böttcher

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                      • #26
                        AW: Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

                        Hallo Herr Böttcher,

                        das ist ja auch Sinn und Zweck bei der Verlegung einer kostspieligeren Gefälledämmung, möglichst Pfützenbildung auszuschließen).

                        Mit freundlichen Grüßen
                        Claus Wöbken

                        Wöbken Dachtechnik, Sachverständigen- und Planungsbüro, Köln

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                        • #27
                          AW: Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

                          Hallo Herr Wolf, Hallo Herr Wöbken,

                          @
                          "Übrigens soll der Abstand von Dachdurchdringungen untereinander und zu anderen Bauteilen mindestens 30 cm betragen und nicht wie Sie schreiben 50 cm, damit die jeweiligen Anschlüsse fachgerecht und dauerhaft hergestellt werden können. Nur um Missverständnissen vorzubeugen."
                          Herr Wöbken


                          Ich denke Herr Wolf meinte:
                          12 cm Flansch + 30 cm Abstand untereinander + 12 cm Flansch sind bei 2 Durchdringungen untereinander im Bitumendach 54 cm.


                          Grüße
                          Wiesel

                          Kommentar


                          • #28
                            AW: Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

                            Hallo Herr Wiesel,

                            ich denke, Herr Wolf hat noch einen Sicherheitszuschlag von Pi mal Daumen zu den 30 Zentimetern hinzugefügt, um jedes Risiko auszuschließen: Pi (3,14) x Daumenbreite 6,37 cm (nachgewiesene Daumenbreite von King Kong) = 20 cm + 30 cm (Fachregel) macht zusammen 50 cm. So muss es gewesen sein!

                            Sollten noch Zweifel daran bestehen, was Herr Böttcher gedacht hat, dann fragen wir ihn doch einfach.

                            Grüße, Claus Wöbken

                            Kommentar


                            • #29
                              AW: Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

                              bestehen, was Herr Böttcher gedacht hat, dann fragen wir ihn doch einfach.

                              Sollte natürlich Herr Wolf heißen...

                              Kommentar


                              • #30
                                AW: Gefälledach - Wie viel „Pfütze“ ist erlaubt?

                                Guten Morgen die Herren,
                                ehrlich gesagt war ich wirklich der Meinung das es 50 cm Abstand sein sollten, aber vielen Dank für die Richtigstellung.

                                M. Wolf

                                Kommentar

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